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Liebe Freunde von Kreuz des Südens!

Im letzten halben Jahr hat sich auch in Paraguay viel verändert: die strengen Ausgangssperren in den Monaten seit März haben viele Familien in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht. Familien, die von dem leben was täglich reinkommt, sind in Schwierigkeiten geraten. In den Schulen in Paraguay findet bis heute kein Präsenz-Unterricht statt. Wo es geht, werden Inhalte und Hausaufgaben online übermittelt. Dabei fallen viele Familien aber „hinten runter“, denn auch Internetzugänge kosten Geld und in mancher Familie werden Kinder nicht besonders beim Lernen gefördert. An der Schule Renacer sind zwei Elternteile von Kindern an den Folgen von Covid-19 verstorben, die Schulgemeinde versucht dort zu helfen, wo sie kann. Jetzt konnte erstmals eine Ausstellung von Schulprojekten stattfinden (mit Mundschutz, Abstand, etc.). Ein Thema der Grundschüler war eigene Pflanzen zu Hause zu ziehen und auf diese Weise mit Blüten der Pandemie zu trotzen.

In den letzten Monaten konnten wir durch Spenden gezielt die Lehrer an der Schule Renacer unterstützen, denen sonst ein großer Teil des Lohnes weggebrochen wäre. Auch wurden viele Nahrungsmittel und warme Mahlzeiten in Form einer „Olla popular“ (Suppenküche) verteilt. Die Solidarität der Paraguayer untereinander beeindruckt uns hierbei. Besonders in der anstehenden Advents- und Weihnachtszeit wollen wir verbunden bleiben und als Weihnachtsaktion Pakete mit Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln an Familien im Wert von 30 € weiter geben. Die Familien sind durch die Kinderstunden in den Vororten den Mitarbeitern bekannt. Hoffentlich können in den anstehenden Sommerferien auch wieder Kinderferienwochen wie in den letzten Jahren durchgeführt werden, bisher lassen das die Quarantäne-Regeln noch nicht zu.

Im Ausbildungszentrum Villa del Rosario konnte das Schuljahr trotz aller Einschränkungen durchgezogen werden. Acht Jugendliche aus indigenen Siedlungen waren bereits vor dem Lockdown vor Ort und sind geblieben. Ein neues paraguayisches Mitarbeiterehepaar war gerade zum richtigen Zeitpunkt angestellt worden und konnte als Lehrer viele der „online“ Hausaufgaben mit betreuen (Elisabeth links im Bild und Osmar mit Baby). Um die Jugendlichen weiter zu begleiten und ihnen die Möglichkeit eines Studiums zu bieten, soll bis zum Schulstart im Februar 2021 in der nächstgrößeren Stadt Santaní ein kleines Internat fertig gestellt sein. Dort sollen zuerst Jugendliche und Mitarbeiter einziehen, in einem zweiten Abschnitt wollen wir erweitern und ein eigenes Mitarbeiterhaus errichten. Die Bauarbeiten für den ersten Teil gehen gut voran. Wir wollen gezielt einzelne Jugendliche fördern und hoffen, dass sie dann wiederum guten Einfluss und Hoffnung in ihre „Comunidades“ (Siedlungen) tragen. Auch wenn im Ausbildungszentrum Villa del Rosario viel in der Imkerei, Landwirtschaft und Schreinerei gearbeitet wird um Einkünfte zu erwirtschaften, sind Patenschaften für Jugendliche nötig und wichtig. Für das neue (Schul-) Jahr werden Paten gesucht, die Kosten übernehmen, auch gerne als Teilpatenschaft.

Wir freuen uns mit Shirley, dass sie ihren Hochschulabschluss als Lehrerin für Kindergarten und Vorschule erreicht hat. Sie hat viele Jahre als Pflegekind im Kinderheim von Kreuz des Südens gelebt.

Vom Vorstand von Kreuz des Südens e. V. sind wir enorm froh, gute Partner und Mitarbeiter vor Ort in Paraguay zu haben, die auch und gerade in der Krisenzeit dort Hoffnung leben und Hoffnung weitergeben. Wir grüßen ganz herzlich und wünschen eine gesegnete und bewahrte Advents- und Weihnachtszeit.